Kundenrezensionen 

Kraftvoll, schnell, laut...R.E.M. können's noch.
2009-01-03So gut haben die Jungs von R.E.M. seit "New Adventures in Hi-Fi" nicht mehr gerockt!
Erst war ich skeptisch, dass sie von ihren wohlbekannten, sanften Tönen zu rockigen wechseln wollen.
Aber diese laute Rockphase steht ihnen! Jeder Song hat trotz seiner unglaublichen Energie nicht an Einzigartigkeit und Medlodie eingebüßt. Bis auf wenige Ausnahmen wie "Mr. Richards" bilden laute, schnellere Rocknummern die Mehrheit.
Zum Ende des Albums hin traute ich beim ersten Hören meine Ohren nicht. Ein Punk-Rock-Song! R.E.M. können selbst Rock mit Hang zum Punk spielen! Das Lied heißt "Horse to Water" und ist so ziemlich das härteste, was die Jungs aus Athens, Georgia je aufgenommen haben.
Dieses Album ist schlichtweg perfekt, auf seine ganz eigene Weise. Man kann es nur schwer mit den ruhigen Vorgängern vergleichen, es reiht sich nahtlos in die Reihe Monster-New Adventures in Hi-Fi ein, aber mit mehr Melodie-Bewusstsein.
Zurecht 5 Sterne!

Fantastisch!
2008-12-23Dieses Album - und vorallem die damit verbundene World-Tour von R.E.M. - ist einfach nur genial! Nach "Around the Sun", welches mir persönlich zu sehr Richtung Pop ging, ist "Accelerate" wieder ein Album, das richtig rockt!
1. Living well's the best revenge ist eine fantastische Eröffnung. Selten so ein gutes, rockiges Lied gehört - und auch nach öfterem Hören immer noch genial. 5 / 5 Sternen.
2. Man-Sized Wreath hat nicht nur geniale Lyrics, sondern klingt auch verdammt gut! Ein toller Refrain, ein toller Clip (YouTube) und ein ebenso guter, rockiger Klang wie das erste Lied. 5 / 5 Sternen.
3. Supernatural Superserious ist mein persönlicher Liebling - vorallem, weil mich das Lied immer sofort an das R.E.M.-Konzert in Stuttgart erinnert. Nach über einer Stunde im Dauerregen betritt Michael Stipe die Bühne mit offenen Armen und beginnt: "Everybody here...". Der Regen war sofort vergessen.
Aber auch die Studio-Version dieses Liedes ist nicht minder gut als die ersten beiden. 5++ / 5 Sternen.
4. Hollow Man geht auf Konzerten richtig ab - der Wechsel zwischen langsamen und schnellen Stellen ist fantastisch. Dieses Lied kann ich nicht oft genug hören. 5 / 5 Sternen.
5. Houston ist das erste Lied auf der CD, das meiner Meinung nach nicht ganz so gelungen ist wie die ersten 4, es hat aber durchaus auch seine Qualitäten. Vorallem der Anfang gefällt mir wahnsinnig gut. 4,5 / 5 Sternen.
6 - 9. Lied 6 - 9 sind alle durchgängig gelungen, aber nicht ganz so gut wie die ersten 4. Wobei ich "Until the Day is done" und "Sing for the Submarine" mit 5 Sternen bewerten würde, die anderen beiden nur mit 4 -> 4,5 / 5 Sternen.
10. Horse to Water ist ... naja, nicht ganz mein Geschmack - war's zumindest am Anfang. Nach mehrmaligem Hören finde ich das Lied inzwischen richtig gut, aber man muss sich dran gewöhnen. Geschmackssache. 4 / 5 Sternen.
11. I'm Gonna DJ gefällt mir auch nach mehrmaligem Hören noch nicht - beim Konzert konnte man zwar gut dazu tanzen, aber das war's dann auch schon. Vielleicht habe ich's auch einfach noch nicht oft genug gehört. Trotzdem nur 2 / 5 Sternen.
Das wär's. Insgesamt trifft der Titel voll auf die ganze CD zu. Ich kann den Kauf nur uneingeschränkt empfehlen!

Fahrt aufnehmen, Gas geben, beschleunigen - das heißt "Accelerate",
2008-11-09und genau DAS tun die 3 Musik - Profis hier, nachdem sie gemerkt hatten, daß Sie bei den letzten CDs manchmal zu oft im Schongang gefahren waren. Schlecht war der Output der vergangenen Jahre nicht, aber wenn man (fast) immer an "Automatic For The People" gemessen wird, ist die Luft da oben schon sehr dünn. Nun also wieder rockig ! Ungewohnt schnell, laut und lärmend ist schon der Opener "Living Well Is The Best Revenge", gefolgt von einem typischen R.E.M. Song "Man - Sized Wreath, allerdings im Schweinsgalopp. Der radiokompatible Song, als Zugeständnis für die ganz breite Masse, ist "Supernatural Superserious", allerdings blieb er nicht so lange auf "heavy rotation" wie vergleichbare Songs von SNOWPATROL und COLDPLAY. Kann man daraus schon schliessen, das die Akzeptanz der R.E.M. - Songs etwas nachläßt ? Der Titelsong "Accelerate" ist durchschnittlich und "Mr. Richards" schlicht langweilig, dafür gefällt mir "Until The Day Is Gone" sehr gut. Zum Schluß kracht es nochmal mit "Horse To Water", leider ist "Im Gonna DJ" schlichtweg überflüssig, sagt aber sehr richtig im Text "... music will provide the light, you cannot resist !", und wir hoffen dann alle, das wir tatsächlich nicht wiederstehen können, die nächste CD von R.E.M zu kaufen - diese müsste dann allerdings doch noch mit etwas mehr "Licht" überzeugen können.

Auf den Punkt und in die Eier
2008-09-14Ehrlich gesagt wollte ich mich für dieses aktuelle Werk einer meiner Lieblingsgruppen aller Zeiten eigentlich gar nicht interessieren. Diese meine Protesthaltung hatte damit zu tun, dass Stipe, Buck und Mills in den Promotion-Interviews für ACCELERATE ihr letztes Album AROUND THE SUN von 2004 derartig schlecht redeten, dass es kaum auszuhalten war. Sie sprachen sogar davon, dass sie die Band wahrscheinlich aufgelöst hätten, wenn sie noch einmal eine so 'glatte' und 'überproduzierte' Platte aufgenommen haben würden. Für mich aber war und ist AROUND THE SUN nach wie vor eine grandiose Scheibe und der legitime Nachfolger ihres Meisterwerkes AUTOMATIC FOR THE PEOPLE von 1992.
Was immer auch R.E.M. im Nachhinein gegen dieses Erfolgsalbum einzuwenden hatten: Jedenfalls entschlossen sich die Endvierziger, dass ihr nächstes Studioalbum völlig anders klingen sollte. So hatten sie es auch damals gehalten, als sie nach AUTOMATIC FOR THE PEOPLE das raue, gewaltige MONSTER veröffentlichten.
Da ich eine Karte für das Konzert am 18. September 2008 in Hamburg besitze, wollte ich die aktuellen Songs natürlich gerne vorher kennen, und so entschloss ich mich letztlich, ACCELERATE eine faire Chance zu geben. Und ich habe es nicht bereut!
Schon der Einstiegssong mit dem genialen Titel "Living Well Is the Best Revenge" (Gut zu leben ist die beste Rache) knallt richtig schön aus den Boxen. Mit "Man-Sized Wreath" wird es gleich noch besser. Ein Klassestück! Die erste Single "Supernatural Superserious" wurde kein Hit. Kein Wunder, denn welcher von all unseren Kommerzradiosendern spielt schon einen solch lärmenden Kracher? Das Ding wird übrigens immer besser, je öfter man es hört.
"Hollow Man" ist kompositorisch ein bisschen schwach auf der Brust, ehe "Houston" und erst recht der fabulöse Titelsong "Accelerate" den Zug wieder auf die Schiene bringen.
Mit Titel 7 kommt dann endlich die einzige richtige Ballade des Albums, und diese hätte einen Ehrenplatz auf AUTOMATIC ... und AROUND THE SUN verdient gehabt. Oder anders gesagt: "Until the Day Is Done" ist der beste Song des ganzen Albums. Wunderschön, ja genial.
Mit den restlichen vier Nummern geht's dann wieder in die Vollen: "Mr. Richards" ist klasse, "Sing for the Submarine" eher mittelmäßig, "Horse to Water" und "I'm Gonna D.J." schließlich rasen durch die Kurven wie die ersten drei Titel der Platte.
Dieses Album ist keinesfalls ein Psychomonster wie damals MONSTER, sondern eher eine explosive Mischung aus Power Pop und Fun Punk; schnell und knapp, straight auf den Punkt und voll in die Eier. Eine tolle Scheibe. Respekt!
Gut vorbereitet freue ich mich jetzt so richtig auf das Konzert in der Color Line Arena - und hoffe natürlich ganz im Stillen, dass R.E.M. dort auch einige Klassiker von AROUND THE SUN wie "Leaving New York", "The Outsiders", "Electron Blue", "Boy in the Well", "Aftermath" oder ... oder ... oder ... zum Besten geben werden.

Let it grow ...
2008-09-04Während alle jammern, dass das neue REM-Album nur 34 Minuten lang ist, kann ich nur sagen: In der Kürze liegt die Würze! 11 Tracks, allesamt besser & rockiger als alles, was REM in den letzten 10 Jahren veröffentlicht hat, kurz, prägnant, auf den Punkt. Das Album wächst mit jedem Mal Hören, Anspieltipps: das groovige "Man-Sized Wreath", das punkige "Horse To Water" und die Ballade "Until The Day Is Done".